Archive for the ‘Alltagsbeobachtungen’ Category

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25. April 2010

Ich hab gerade zum ersten Mal seit langer Zeit meine Gitarre wieder mal für mehr als 5 Minuten in die Hand genommen, und finds toll, dass ich das bißchen, was ich gelernt habe, gar nicht verlernt habe. Nach so langen Pausen merkt man seine Übungserfolge oft am stärksten, allerdings auch in Bezug darauf, dass ich jetzt kaum tippen kann, weil die Hornhaut auf meinen Fingerspitzen wieder so stark zurückgegangen ist, dass sie schon nach ein paar Minuten Spielens weh tun.

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Diese Woche..

11. Dezember 2009

.. läuft übrigens unter dem Motto fail. Mal sehen, ob ich in den verbleibenden zweieinhalb Tagen den Gesamteindruck noch wettmachen kann, aber die Tatsache, dass ich gerade in Boxershorts am Rechner sitze und noch nicht gefrühstückt habe, lässt Zweifel aufkommen.

Ja ne is klar

27. November 2009

Hohe Schauspielkunst beim Kaisers vor dem Schnaps- und Weinregal.

„Isch trinke ja sonst nisch..“ – „Ja ich auch ned“

Klotüren im Internet

25. November 2009

Als Physiker, egal ob angehender oder bereits fertiger, sitzt man oft an langwierigen Gleichungen, programmiert irgendwelchen komischen, aber bestimmt sinnvollen Kram oder verzweifelt an ebenso kreativen wie Ignoranten Mitmenschen, aber das alles nimmt man gerne in Kauf, um die Welt Stück für Stück zu verbessern. Die Kunst besteht eben darin, die Dinge auch mal locker zu sehen, einfach mal loszulassen, was nur für sich oder seine nächsten tun. In der Weltzentrale der bösen Masterminds, dem CERN, haben das einige begriffen und auch entsprechend ausgelebt, mit viel Spaß an der Sache

ay girl, so when you gonna let me tap that wormhole with my particle gun? #

Es ist schön zu sehen, dass diese hedonistische Einstellung auch langsam im Physikzentrum in Aachen ankommt, wo Menschen beginnen, ohne sich zu schämen zu ihren Freizeitbeschfäftigungen zu stehen, und es die Welt wissen lassen:

Mitteilung für die Kollegen

Von der Symbiose von Faulheit und Thermodynamik

6. August 2009

Oft wird Wissenschaftlern implizit oder explizit vorgeworfen, sie würden die Welt entzaubern und keine Begeisterung mehr empfinden können, weil sie alles nur kühl analysieren. Ich (bin sowieso noch kein Wissenschaftler, wenn überhaupt jemals, aber egal denn ich) bin durchaus in der Lage, zu staunen. Z.B. darüber wie schnell Wäsche auf dem Balkon trocknet. Das Schöne ist gar nicht so sehr die angewandte Thermodynamik, als viel mehr die Tatsache, dass sich das sehr gut mit meinem Prokrastinieren verträgt. Nachdem ich die Wäsche bereits 18 Stunden später als geplant in die Maschine geschmissen hab, und sie auch nur 6 Stunden darin gelassen hab, wird sie trotzdem heute noch fertig.

Im Praktikum nicht aufgepasst

20. Juni 2009

nachkommastellen

Entweder hat der SpOn-Reporter im Ex-Physik-Praktikum was die Anzahl der nötigen Nachkommastellen angeht nicht genau aufgepasst bzw. ist von seinem Prof nicht oft genug gerügt worden, oder aber die Waagen beim Boxen gehen tatsächlich aufs Gramm genau. Dann fehlt allerdings die Messungenauigkeit, wenn man’s denn schon so genau nehmen will.

Sag doch einfach ja!

5. Mai 2009

Den Schweden wird schon mal nachgesagt, sie seien reserviert und bleiben eher für sich. Vielleicht is das auch gewissermaßen eine Kompensation dafür, dass von staatlicher Seite Privatsphäre quasi unbekannt ist. Jeder hier hat eine Steuernummer, über die z.B. der zukünftige Vermieter mal eben durch einen simplen Telefonanruf herausfinden kann, wieviel man denn so verdient*, zeitweise konnte man sogar im Internet nachschlagen, wer wieviel verdient, dass man Telefon- und Handynummern sowie Adressen online finden kann, geschenkt.

Entsprechend muss man sich auch nicht wirklich um eine Steuererklärung kümmern, der Staat weiß eh alles, und schickt seinen Bürgern dann einfach im ersten Halbjahr eines Jahres seinen Steuerbescheid zu. Dieser muss nun einfach nur bestätigen, dass alles aufgeführt ist (was trivial ist, der Staat weiß ja eh alles). Um es dem Bürger auch schön einfach zu machen, kann dieser nun wahlweise per SMS oder schriftlich seine Bestätigung abgeben. Und um es nun auch wirklich allen recht zu machen, warten am Tag der Deadline (die offenbar gestern war), nette Menschen auf der Straße vor dem ehemaligen Finanzgebäude (meinem Wohnheim) und sammeln die Steuerbescheide der vorbeifahrenden Leute ein! Wo in Deutschland ein misanthropischer Beamter zwischen seiner Morgenkaffeepause und seiner Nachmittagskaffeepause einfach einen Bußgeldbescheid stempeln würde, wird sich hier also liebevoll um den Bürger gekümmert, und er quasi fast wörtlich da abgeholt wo er stehtfährt.

*nein nicht durch einen Anruf beim Mieter, sondern beim Finanzamt

Neue Grafikkarte

5. April 2009

klick mich für groß

Als ich vor kurzem wieder ein paar Fotos beim Spazierengehen durch Södermalm aufgenommen habe, unter anderem das aktuelle Headerbild, ist mir nachher aufgefallen, wie schön da doch die Lichteffekte sind, alles nett ausgeleuchtet, als würde man beim neuen Computer die Effekte auf Maximum stellen. Was ich dann einfach mal auf meine neue Kamera geschoben habe, die zwar eine Kompaktkamera, aber immer noch besser als mein Handy ist.

Als ich dann aber gestern abend durch Södermalm spazieren gegangen bin, und dabei mal meine Brille aufgesetzt habe, ist mir klar geworden: das ist vollkommen normal so, wenn man denn auch normal sehen kann. Nachdem in den letzten vier Jahren meine Augen schleichend etwas schlechter geworden sind (ich bin noch weit davon entfernt, blind zu sein, aber mit -1 Dioptrin doch schon merklich kurzsichtig), ist mir nie wirklich aufgefallen, dass Lichtquellen immer mehr zu verschmierten breiten Punkte verschwimmen, die einfach nur die Sicht stören. Wenn ich jetzt abends mit Brille, die ich erst seit zwei Monaten habe, durch die Straßen gehe, fühle ich mich, als würde ich bei Oblivion mit voll aufgedrehten Grafikdetails spazieren gehen (mit dem Unterschied, dass hier beleuchtete Mauern nicht so hell strahlen, dass man davon geblendet werden könnte).

Da tut sich also quasi eine komplett neue Welt für mich auf, wenn ich mir jetzt noch ein kleines Schwert auf mein rechtes Brillenglas male und eine Lebensenergieanzeige auf das linke, kann ich in mein persönliches Nerdonia eintauchen. Nur spiel ich jetzt Ritter oder Assasine?

Södermalm und Stockholm am 3.4.2009 (Picasa Webalbum von mir)

Postpartyaction

22. März 2009

Nach der Party gestern haben wir beschlossen, einen Film zu sehen, aber ich bin pünktlich zum Titelbild (Cruel Intentions) eingeschlafen. Irgendwann als der blonde Typ sich gerade in die andere Blonde verliebt hat, hat Neil uns aufgeweckt, weil es draußen einen lauten Knall gegeben hat.

Action in Vartoftagatan

Action in Vartoftagatan

Die Person in rot ist der Beifahrer des Autos, dass da gerade in den Pfosten gefahren ist. Nach ein paar Sekunden war auch schon alles voll mit Polizei. Anscheinend waren die Leute in dem Wagen auf der Flucht vor der Polizei und sind entweder von der Straße abgedrängt worden oder haben den Unfall von selbst gebaut, denn direkt nachdem sie in den Pfosten gefahren sind, sind sie schon von den Polizisten aus dem Wagen gezerrt worden. Der Fahrer ist später von ein paar Notärzten weggebracht worden. Nach kurzer Zeit ist außerdem ein Typ aufgetaucht, der alles gefilmt hat, während gleichzeitig ein Müllmann mit aller Seelenruhe die Mülleimer wenige Meter neben dem Tatort gelehrt hat.
nochmehrpolizei

Noch mehr Polizei

. Allerdings war ich zu langsam, um das zu twittern, kann jetzt aber im Nachhinein auch einfach sagen, dass ich diesen ganzen katastrophen-bejahenden Instant-journalismus verschlafen habe nicht gut finde. Leider hab ich in der Zeitung bzw. im Internet nichts dazu gefunden und weiß daher nicht, was sich da wirklich abgespielt hat.
Unbekannter Kameramann

Unbekannter Kameramann

Der unbekümmerte Müllmann

EINER DOSE!

8. März 2009

Vorhin ist unsere Internetverbindung ausgefallen, was aber in einem Flur mit 10 anderen Studentenappartments nicht weiter schlimm ist. Und wenn ich vorher auf unsere 10Mbit/10Mbit Leitung stolz war, bin ich jetzt von der fünfmal so schnellen Leitung von Neil doch ziemlich beeindruckt. Aber andererseits, schon als ich noch Counterstrike gespielt hab (und ich hab noch die Beta gespielt, hell yeah*) war jeder auf die Schweden und ihre guten Pings neidisch („Hätt ich den Ping würd ich auf Azze ner Grille auf A vom Holztor aus mit der Schrot den Flügel stutzen, und zwar mit Keyboardsteuerung!“), die auf den meisten großen Turnieren dominiert haben.

Dementsprechend war ich gestern auch etwas verwundert, als ich die Götgatan auf der Suche nach einem Café mit WLan entlang gelaufen bin, ohne selbst in den ziemlich modernen Götgatan Stories oder in nem Waynes Coffee fündig zu werden.

Wayne's Coffee in der Stockholmer Innenstadt

Wayne's Coffee in der Stockholmer Innenstadt

Dabei wirkt Schweden in vielen Bereichen durchdacht und modern, zumindest die Hauptstadt Stockholm. Andererseits läuft hier auch jeder mit einem internetfähigen Handy rum, weils halt fast nichts kostet, ich hab hier auch zum ersten Mal überhaupt mein Handy benutzt, um online zu gehen, vielleicht ist WLan da einfach ein alter Hut für die Leute hier. Am Ende bin ich dann in der KTH gelandet, um im Computerraum (das hier gilt übrigens immer noch: twitterkekse, inklusive Keks bzw. Keksalternative, von mir ausgesucht) aus Langeweile dieses Blog anzulegen, Wasabinüsse zu futtern und mich studentiger zu fühlen. Und ich hab Coke Zero aus einer Dose (EINER DOSE) getrunken.

*gut mit Counterstrike angeben is in etwa so cool wie darauf stolz zu sein, dass auf der Klassenfahrt jemand auf dem Zimmer von deinen Fürzen ohnmächtig geworden ist. Was aber irgendwie auch .. egal.